Die Filialliste kommt meist als Tabelle aus dem Einkauf des Handelspartners: Filialnummer, Anschrift, Menge. Für den Versand von Displays fehlt darin fast alles, was an der Rampe gebraucht wird – ob die Displays über ein Zentrallager laufen, wann dort angeliefert werden darf, wie viele Displays auf eine Palette dürfen und welches Etikett wohin gehört. Aus der Filialliste wird deshalb vor dem Serienstart eine Verteilliste. Dieser Beitrag zeigt, welche Spalten sie braucht, wie wir daraus Paletten je Empfänger bilden und was die Verteilung 2026 kostet.
Was unterscheidet eine Verteilliste von der Filialliste des Handels?
Die Filialliste beschreibt, wo die Displays am Ende stehen sollen. Die Verteilliste beschreibt, wie sie dort hinkommen. Sie enthält dieselben Empfänger, ergänzt aber für jede Zeile den Weg: Zentrallager, Cross-Docking-Punkt oder Direktbelieferung des Marktes. Daraus folgen Palettenart, Etikett, Lieferschein und das Anlieferfenster. Viele Handelsketten beliefern ihre Märkte mit Displays ausschließlich über eigene Lager; andere lassen einzelne Märkte direkt anfahren, etwa bei Regionaltests. Beides kann in einer Liste stehen.
Für uns ist die Verteilliste die Grundlage der Filialkommissionierung. Jedes fertige Display bekommt vor dem Palettieren seinen Empfänger – nicht erst an der Rampe.
Welche Spalten braucht eine Verteilliste für Displays?
Ein Beispiel für eine Herbstaktion mit 260 Viertelpaletten-Displays mit Knabbergebäck. Die Werte sind illustrativ, die Postleitzahlen gekürzt:
| Nr. | Empfänger | Weg | PLZ | Displays | Paletten | Anlieferfenster | Kennzeichnung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 01 | Lager Süd | Zentrallager | 8xxxx | 120 | 30 EP à 4 Displays | Mo 5–9 Uhr, 48 h avisiert | NVE/SSCC je Palette |
| 02 | Lager Südwest | Zentrallager | 7xxxx | 88 | 22 EP à 4 Displays | Di 6–11 Uhr, 48 h avisiert | NVE/SSCC je Palette |
| 03 | Umschlagpunkt Mitte | Cross-Docking | 6xxxx | 44 | 11 EP, nicht gemischt | Mi 7–13 Uhr | Filialetikett je Display |
| 04–11 | acht Testmärkte | Direktbelieferung | 9xxxx | 8 | je Markt eine Viertelpalette als Stückgut | Mo–Fr 7–10 Uhr | Filialetikett + Lieferschein |
| Summe | 260 | 63 EP + 8 Sendungen | Palettenfoto je Empfänger |
Unverzichtbar sind fünf Spalten: Empfänger mit eindeutiger Nummer, Anschrift, Displays je Empfänger, Anlieferfenster und Art der Kennzeichnung. Hilfreich sind dazu die Palettenbildung, eine Ansprechperson am Empfangsort und die Angabe, ob ein Empfänger Displays verschiedener Aktionen auf einer Palette annimmt.
Wie werden Displays je Empfänger auf Paletten gebündelt?
Viertelpaletten-Displays mit 600 × 400 mm Grundfläche stehen zu viert auf einem Europalettenplatz, Halbpaletten-Displays zu zweit, Palettendisplays belegen den Platz allein. Thekendisplays reisen im Umkarton, rund 40 Stück je Palette. Bei einem Zentrallager ist die Bündelung einfach: volle Paletten für einen Empfänger. Schwierig wird es bei Restmengen – hätte Lager Südwest 90 statt 88 Displays bestellt, wären es 22 volle Plätze und zwei Displays übrig. Ob diese als halbe Palette reisen oder mit einem anderen Empfänger gemischt werden dürfen, muss in der Liste stehen; ohne Angabe mischen wir nicht.
Direkt belieferte Märkte bekommen je Sendung eine eigene Palette. Stehen dort mehrere Displays an, bündeln wir sie auf einer Palette für diesen Markt, nie für zwei.
Was steht auf Filialetikett, Lieferschein und Palettenetikett?
- Filialetikett: am Display, gut sichtbar nach Vorgabe – Empfängernummer, Anschrift, Aktionsbezeichnung, Display-Nummer von Gesamtzahl.
- Lieferschein je Empfänger: Displays mit Artikel und Menge, bei Bedarf MHD und Charge; eine Kopie reist mit, eine bekommen Sie digital.
- NVE/SSCC-Etikett: je Palette, wenn der Handelspartner es verlangt – Nummernkreis und Layout kommen von Ihnen oder dem Handel.
- Palettenfoto: jede fertige Palette fotografieren wir mit lesbarem Etikett, bevor sie die Rampe verlässt.
Filialetikett und Lieferschein ordnen wir je Display zu; das ist ein eigener Schritt an der Linie mit 60 Sekunden Vorgabezeit.
Was kostet die Verteilung je Empfänger 2026?
Die Zuordnung zum Empfänger ist im Displaypreis enthalten. Rechnerisch sind 60 Sekunden beim Kalkulationssatz rund 0,28 € je Display. Die gesamte Bestückung des Beispiels mit 1.155 Sekunden je Display kostet 5,76 € je Display, zusammen 1.496 € inklusive Rüstpauschale.
Den Unterschied zwischen den Wegen macht der Transport. Von unserem nächsten Standort ins Gebiet um Ingolstadt (217 km) kostet ein Komplett-LKW rund 565 € je Richtung, verteilt auf bis zu 33 Palettenplätze à vier Displays; das sind rechnerisch 4,28 € je Display. Eine Stückgutsendung mit einem einzelnen Display an einen Testmarkt kostet dagegen rund 93 € – für dieses eine Display. Richtwerte 2026 – unverbindlich. Ihr konkretes Angebot erhalten Sie nach Anfrage und Muster. Direktbelieferung lohnt sich also für wenige Märkte mit hohem Nutzen, etwa für Tests, nicht für die Fläche.
Wer erstellt die Verteilliste – Sie, der Handel oder wir?
In den meisten Aufträgen liefert der Handelspartner die Mengen je Filiale, das Trade-Marketing des Herstellers die Aktionsdaten und wir den Rest. Bewährt hat sich eine klare Aufteilung: Sie sind für Empfänger und Mengen verantwortlich, weil nur Sie mit dem Handel verhandeln. Wir sind verantwortlich dafür, dass aus diesen Mengen Paletten, Etiketten und Lieferscheine werden, die zu den Vorgaben des jeweiligen Lagers passen. Für jede Rückfrage zur Liste gibt es auf beiden Seiten eine benannte Person – bei uns Elisabeth Zachová.
Aus der Praxis: Ein Getränkehersteller aus dem Emsland ließ 180 Halbpaletten-Displays für zwei Handelspartner bestücken. Die Mengen kamen in zwei Listen mit unterschiedlichen Filialnummern-Systemen. Wir haben beide in eine Verteilliste mit eigener laufender Nummer je Empfänger überführt, die Originalnummern in einer eigenen Spalte behalten und die Liste vor dem Serienstart freigeben lassen. Auf den Filialetiketten stand die Nummer des jeweiligen Handelspartners, im Protokoll unsere – so blieb jedes Display von der Linie bis zum Palettenfoto nachvollziehbar.
Was passiert, wenn sich die Verteilliste nach dem Serienstart ändert?
Änderungen kommen vor – ein Markt wird umgebaut, ein Lager verschiebt das Anlieferfenster. Solange die Displays noch nicht palettiert sind, übernehmen wir eine neue Version der Liste ohne Mehraufwand. Sind Paletten schon gesichert und mit Etiketten versehen, muss jede betroffene Palette geöffnet, umgestellt, neu gesichert und neu fotografiert werden; das rechnen wir nach Hallenstunden zu 14,50 € – 19,00 € ab. Schicken Sie Änderungen deshalb immer als neue Version mit Datum, nie als Einzelmail zu einem Markt.
Wie schicken Sie uns die Verteilliste am besten?
Am einfachsten als Tabelle mit einer Zeile je Empfänger, zusammen mit dem Planogramm und der Menge je Display. Die Filialliste des Handels können Sie unverändert beilegen; wir ergänzen Weg, Palettenbildung und Kennzeichnung und schicken Ihnen die fertige Verteilliste zur Freigabe. Die Displays sind nach Abholung in der Regel 1–2 Tage unterwegs; die Abholung planen wir vom frühesten Anlieferfenster rückwärts.
Wie die Zentrallager-Anlieferung im Detail vorbereitet wird, beschreibt der Ratgeber Anlieferung ans Zentrallager. Die Leistung finden Sie unter Filialkommissionierung und Verteilung, den Begriff im Lexikon unter Verteilliste. Sollen Displays über den Aktionsbeginn hinaus in Wellen verteilt werden, hilft der Beitrag zu Aktionswellen.