Ein Foto des fertigen Displays aus der Agentur reicht, um im Meeting zu zeigen, wie die Aktion aussehen soll. Für eine Linie, an der vier bis sechs Personen nacheinander Hand anlegen, reicht es nicht: Auf dem Foto sieht man die vordere Reihe, aber nicht, was dahinter liegt, wie viele Packungen in einem Fach stehen oder in welcher Reihenfolge die Trays gefüllt werden. Genau diese Lücken schließen Planogramm und Bestückungsanweisung. Dieser Beitrag zeigt, wie beide aufgebaut sind, welche Angaben wir von Ihnen brauchen und wie daraus an unseren Standorten die Arbeitsanweisung an jeder Station wird.
Wozu braucht ein Display neben dem Foto ein Planogramm?
Das Planogramm ist die Belegungstabelle eines Displays: eine Zeile je Ebene, eine Spalte je Position, in jedem Feld Artikel und Stückzahl. Es beantwortet Fragen, die ein Foto offen lässt – etwa ob die Sorte links oben in jedem Tray an derselben Stelle steht oder von Ebene zu Ebene wandert, ob hinter der Frontreihe eine zweite Reihe derselben Sorte folgt und wie viele Artikel am Ende im Display sein müssen. Ohne diese Tabelle entscheidet an der Linie jede Person selbst, und nach zweihundert Displays gibt es zweihundert leicht verschiedene Varianten.
Für uns ist das Planogramm zugleich die Zählgrundlage. Die Endkontrolle vergleicht jedes Display mit der Summe je Ebene; stimmt sie nicht, wird nachgezählt, bevor gesichert wird. Ein Planogramm ohne Stückzahlen macht diese Kontrolle unmöglich.
Wie ist ein Display-Planogramm aufgebaut?
Ein Beispiel für ein Halbpalettendisplay mit Katzensnacks, drei Ebenen und vier Positionen je Ebene. Die Positionen sind aus Sicht des Kunden im Markt nummeriert, nicht aus Sicht der Person an der Linie:
| Ebene | Pos. 1 (links) | Pos. 2 | Pos. 3 | Pos. 4 (rechts) | Summe |
|---|---|---|---|---|---|
| Topschild | Motiv „Snackzeit“, beidseitig, mittig gesteckt | – | |||
| Ebene 1 (oben) | Huhn · 8 | Lachs · 8 | Rind · 8 | Ente · 8 | 32 |
| Ebene 2 | Huhn · 8 | Lachs · 8 | Rind · 8 | Ente · 8 | 32 |
| Ebene 3 (unten) | Huhn · 9 | Lachs · 9 | Rind · 9 | Ente · 9 | 36 |
| Sockel | Preisschiene an der Vorderkante, Display-EAN rechts unten auf der Stirnseite | – | |||
Summe: 100 Beutel je Display, je 25 Beutel jeder Sorte, Beutelfront mit Motiv nach vorn, Aufhängelasche oben. Unter der Tabelle stehen außerdem Artikelnummern je Sorte, das erwartete Gewicht des fertigen Displays und der Hinweis, ob die unterste Ebene wegen der größeren Tiefe einen Beutel mehr je Fach bekommt – wie hier.
Was gehört in die Bestückungsanweisung?
Das Planogramm sagt, wie das Display am Ende aussieht. Die Bestückungsanweisung sagt, wie es dahin kommt. Sie ist kürzer, als viele denken, und beschreibt vor allem die Reihenfolge:
- Aufrichten: welcher Zuschnitt zuerst, wo gesteckt und wo geklebt wird – mit Hot-Melt-Handpistole, Klebepunkten oder Klebeband – und welche Laschen innen liegen.
- Trays: ob von unten nach oben gefüllt wird oder jede Ebene erst eingesetzt und dann bestückt; bei schwerer Ware fast immer unten zuerst.
- Beschilderung: wann Preisschiene, Preisschilder und Topschild kommen; das Topschild meist zuletzt, damit es beim Füllen nicht knickt.
- Sicherung: Haube, Folie, Kantenschutz oder Umreifung und ob ein Deckelbogen über die oberste Ebene gehört.
- Zuordnung: wohin Filialetikett und Lieferschein kommen und auf welcher Seite das Display auf der Palette steht.
Liefert Ihr Displayhersteller eine Aufbauanleitung für das leere Display, übernehmen wir sie für den Teil Aufrichten. Displays konstruieren, drucken und stanzen wir nicht: Die flachen Zuschnitte liefert Ihr Displayhersteller – wir arbeiten mit dem Displayhersteller Ihrer Wahl.
Welche Angaben lösen an der Linie die meisten Rückfragen aus?
Aus Erstmustern der letzten Jahre kennen wir die Stellen, an denen Planogramme unvollständig sind. Die häufigsten: Die Stückzahl steht nur für das ganze Display, nicht je Fach. Die Frontseite der Packung ist nicht festgelegt, obwohl die Packung vorn und hinten unterschiedlich aussieht. Es fehlt die Angabe, ob eine Sorte, die knapp wird, durch eine andere ersetzt werden darf – die Antwort ist fast immer nein, aber sie muss im Planogramm stehen. Und bei Displays mit Seitenflügeln ist nicht klar, ob der Flügel vor oder nach dem Füllen gesteckt wird.
Jede dieser Fragen lässt sich in einer Zeile beantworten. Offen bleibt sie teuer: Solange eine Rückfrage läuft, steht die Linie oder arbeitet an einer anderen Aktion weiter, und der Zeitplan rutscht um diesen halben Tag.
Wie wird aus Ihrem Planogramm die Arbeitsanweisung an der Linie?
Wir zerlegen den Aufbau in 4–6 Stationen, typischerweise Aufrichten, Trays einsetzen, eine oder zwei Bestückungsstationen, Beschildern und Endkontrolle. Jede Station erhält in der elektronischen Arbeitsanweisung am Platz ihren Ausschnitt aus dem Planogramm mit Foto vom Erstmuster; die komplette Tabelle hängt als Planogramm-Tafel am Linienanfang, das freigegebene Musterdisplay steht neben der Linie. Alle 50 Displays legt die Schichtleitung ein fertiges Display neben die Fotos des Erstmusters; vor dem Sichern prüfen wir jedes Display auf Vollständigkeit, Preisschilder, Topschild und Sicherung.
Ändert sich während der Serie etwas – eine Sorte wird ersetzt, das Topschild wechselt –, bekommt das Planogramm einen neuen Stand mit Datum, und ab welchem Display er gilt, steht im Protokoll.
Was kostet ein gutes oder ein lückenhaftes Planogramm?
Unser Displayrechner setzt je Artikel 6 Sekunden an. Das beispielhafte Halbpalettendisplay oben kommt mit 100 Artikeln, drei Trays, Topschild, Preisschiene, Sicherung und Filialetikett auf 1.425 Sekunden, also rund 6,53 € Arbeit je Display beim Kalkulationssatz. Muss an jedem Display zusätzlich nachgeschaut oder nachgezählt werden, weil das Planogramm Lücken hat, kommen schnell zwanzig Sekunden dazu: 1.445 statt 1.425 Sekunden, bei 500 Displays knapp 3 zusätzliche Stunden.
Für Viertel- und Halbpaletten-Displays gilt 2026 eine Spanne von 6,00 € – 9,50 € je Display. Richtwerte 2026 – unverbindlich. Ihr konkretes Angebot erhalten Sie nach Anfrage und Muster. Das Erstellen oder Überarbeiten eines Planogramms mit Ihnen ist in der Rüstpauschale von 60 € – 180 € je Auftrag enthalten, solange es beim Erstmuster bleibt; aufwendige Musterläufe mit mehreren Varianten rechnen wir nach Hallenstunden ab.
Wie läuft die Freigabe am Erstmuster?
Das Erstmuster – ein Display komplett aufgerichtet, bestückt und gesichert – fotografieren wir von allen Seiten; die Serie startet erst nach Ihrer Freigabe, in der Regel 2–5 Tage nach Wareneingang. Legen Sie die Fotos neben Ihr Planogramm und prüfen Sie drei Dinge: Stimmt jede Position mit Sorte und Stückzahl? Zeigen alle Packungen die vereinbarte Seite nach vorn? Sitzen Preisschiene, Display-EAN und Topschild so, wie der Handel es erwartet? Schreiben Sie Abweichungen direkt an das Foto; wir bauen ein korrigiertes Muster auf und schicken neue Bilder. Erst die schriftliche Freigabe macht Planogramm, Bestückungsanweisung und Muster zum Maßstab für die ganze Serie.
Ein Planogramm mit mehreren Sorten oder Ländervarianten hat eigene Stolpersteine; dazu der Ratgeber Mischdisplays und Ländervarianten. Den Begriff erklärt das Lexikon unter Planogramm, die Leistung beschreibt die Seite Displays bestücken nach Planogramm. Schicken Sie Ihr Planogramm – auch als Entwurf – mit der Anfrage; Elisabeth Zachová antwortet innerhalb von 24 Stunden – mit offenen Fragen zum Planogramm und einem Preis je Display.